Plaidter Betrieb lebt Integration im Handwerk
HwK Koblenz
Integrationsministerin Anne Spiegel (r.) im Gespräch mit HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Abdelwahab Seid-Zino (l.), SHK-Geselle der Firma Bleser aus Plaidt.

Plaidter Betrieb lebt Integration im Handwerk

Integrationsministerin besuchte Unternehmen mit großer Erfahrung im Ausbildungsbereich.

„Wir haben bisher ausschließlich positive Erfahrungen mit Integration gemacht“: Auch in diesem Punkt sind sich Geno und Wilfried Bleser einig. Seit vielen Jahren engagieren sie sich in ihrem Plaidter Unternehmen für die Nachwuchsförderung, wobei der Blick über die Landesgrenzen hinausgeht. Das Ehepaar hat sich bereits in der Europakampagne des Handwerks engagiert. Und auch Bewerber, die nicht aus dem EU-Raum stammen, haben im Fachbetrieb mit Schwerpunkt Heizung und Sanitär eine Chance. Das hörte Anne Spiegel natürlich gern.

Die Integrationsministerin besuchte am Freitag gemeinsam mit Repräsentanten der Handwerkskammer (HwK) Koblenz den in der Straße „Hinter der Mühle“ ansässigen Betrieb. Erfreulich war der Anlass nicht unbedingt. Den das Handwerk ist mit einer paradox erscheinenden Situation konfrontiert: Während sich in anderen Wirtschaftszweigen immer mehr Menschen Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen, sind Handwerker gefragte Leute, so manche Lehr- und Gesellenstellen bleiben unbesetzt. Aus Sicht von Geno Bleser liegt das nicht an fehlenden Informationen im Zuge der Corona-Krise, der Trend hat sich schon länger abgezeichnet. Ein Grund, das sagten auch HwK-Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich, ist der Wunsch vieler, nach der Schule weiterführende Bildungseinrichtungen zu besuchen. „Dabei ist Handwerk die optimale Grundlage, um jungen Leuten zu sagen: Das hab ich am Ende des Tages geschafft. Mehr Erfolg kann es nicht geben“, betont Geno Bleser. Zu denjenigen, die das verstanden haben, gehört Abdelwahab Seid-Zino. Der aus Eritrea stammende 29-Jährige hat gerade bei den Blesers eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-,Heizungs- und Klimatechnik absolviert und steht nun vor einer guten beruflichen Zukunft. Leicht war das für den jungen Handwerker nicht, denn es galt unter anderem auch, sprachliche und kulturelle Barrieren zu bewältigen.

„Wir erwarten Verhaltensweisen, die die jungen Leute aus ihrer Heimat nicht kennen. Deshalb muss es der Anspruch jedes Ausbildungsbetriebs sein, auch einen Schritt auf die jungen Leute zuzugehen“, ist Geno Bleser überzeugt. Sie selbst hat ihren Schützling zum Beispiel bei den Behördengängen unterstützt. Ministerin Spiegel wurde aber auch mit Kritik konfrontiert. So haben die Blesers beobachtet, dass sich im Zuge der Corona-Krise Verwaltungsprozesse verlangsamt haben. Aus Sicht der HwK dürfte ein wichtiger Punkt sein, dass so mancher Betrieb die Beratungsmöglichkeiten nicht in Anspruch nimmt. Dabei gehören die Kammern auf Wunsch des Gesetzgebers zu den zentralen Anlaufstellen. Und die HwK hat sogar die Position einer Referenzkammer. Hier wird zum Beispiel die Gleichwertigkeit von Berufsabschlüssen im Rahmen von strengen Tests herausgefiltert – und bei Bedarf nachgeschult.

 

13.07.2020



 

Pressestelle

Jörg Diester

Jörg Diester
Leitung Pressestelle

Tel. 0261 398-161
joerg.diester--at--hwk-koblenz.de