Sie gehen mit ihrer Aktion gemeinsam in die Offensive (von links) Ralf Hellrich (HwK Koblenz), Frank Schmidt (Agentur für Arbeit), Kurt Krautscheid (HwK) und Arne Rössel (IHK Koblenz).
Reinhard Kallenbach
Sie gehen mit ihrer Aktion gemeinsam in die Offensive (von links) Ralf Hellrich (HwK Koblenz), Frank Schmidt (Agentur für Arbeit), Kurt Krautscheid (HwK) und Arne Rössel (IHK Koblenz).

Ausbildung steht im Rampenlicht

Gemeinsame Aktion "Azubispots" von HwK, IHK und Arbeitsagentur.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Koblenzer Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer sowie Arbeitsagentur haben deren Spitzen die aktuelle Lage am Ausbildungsmarkt beschrieben. Aktuell gehen die beiden Koblenzer Wirtschaftskammern von 1.000 freien Lehrstellen aus. Doch es gibt für die Betriebe und die Arbeitsagentur ein Problem: Im Zuge der Pandemie-bedingten Einschränkungen sind die klassischen Beratungs-, Kommunikations- und Präsentationskanäle stark beeinträchtigt worden. Ein neues Veranstaltungsformat in der Koblenzer Innenstadt soll am Freitag, 26. Juni, und Samstag, 27. Juni, dazu beitragen, das Ausgefallene nachzuholen.

Jeweils von 10 bis 15 Uhr werden an diesen beiden Tagen vier „Azubispots“ ihre Pforten öffnen, die in Zusammenarbeit der Kammern, der Agentur für Arbeit und der Stadt Koblenz an zentralen Punkten der Innenstadt aufgebaut werden: Freitags und samstags auf dem Zentralplatz, Löhr-Rondell und der Liebfrauenkirche sowie zusätzlich freitags am Jesuitenplatz und samstags am Altlöhrtor.

Kurt Krautscheid betonte bei der Pressekonferenz, worum es geht: den Kontakt zwischen Betrieben und Schulabgängern herzustellen. Nicht nur aus Sicht des Präsidenten der Handwerkskammer (HwK) Koblenz gilt zu verhindern, dass dem von der Corona-Krise betroffenen Jahrgang Nachteile entstehen.

Die Erfahrung zeigt, dass ein Leerlauf von mehreren Wochen oder gar Monaten gravierende Nachteile für die persönliche Entwicklung haben kann. Aus Sicht der Betriebe droht eine weitere Gefahr: Dass sich junge Leute, die eigentlich eine Ausbildung machen wollten, sich den Hochschulen zuwenden.

Welche Möglichkeiten viele Betriebe geschaffen haben, ist trotz intensiver Aufklärungsarbeit von Kammern und Arbeitsagenturen offenbar immer noch zu wenig bekannt.

Und dann gibt es noch die hohen Erwartungen von Eltern, die ihre Kinder lieber im Studium als in einer Lehre sehen. Es ist also nicht Corona, sondern das alte leidige Problem, das auch Ralf Hellrich ansprach.

„Egal ob Corona-Pandemie oder nicht, seine persönliche Zukunft im Blick zu haben ist immer wichtig. Für einige Schülerinnen und Schüler gilt es daher so kurz vor den Sommerferien nun die eigene Planung in die Hand zu nehmen. Da ist hilfreich zu wissen, dass es viele und vielfältige Ausbildungsplätze gibt, auf welche man sich aktuell auch noch kurzfristig bewerben kann. Also: Ausbildung jetzt!", macht sich auch Koblenz Oberbürgermeister David Langner stark für die Ausbildungsinitiative.

Der Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz verwies auf die Chancen in den vielen Handwerksberufen und hofft auch, dass einige Schulabgänger umdenken, zumal ein Einstieg ins neue Ausbildungsjahr, das im Juli und August beginnt, noch möglich ist.

Hellrich hofft auch, dass der Nachwuchs auch das Lebensmittelhandwerk anders bewertet, zumal Corona so manchem Großerzeuger Imageschäden beschert hat.

 

23.06.2020



 

Pressestelle

Jörg Diester

Jörg Diester
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