HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich und die irische Bildungsministerin Hildegarde Naughton
HwK Koblenz/ Jörg Diester
HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich (rechts) und die irische Bildungsministerin Hildegarde Naughton im Schweißbereich des HwK-Bildungszentrums, in dem die Politikerin Hintergrundinformationen zur dualen Ausbildung erhielt.

18.06.2026Irische Bildungsministerin beim Koblenzer Handwerk

Das erlebt man auch nicht alle Tage: Die Tür zu einer Ausbildungswerkstatt in der Handwerkskammer (HwK) Koblenz öffnet sich und die Bildungsministerin eines fremden Landes betritt den Raum, stellt sich allen Lehrlingen per Handschlag vor und fragt direkt munter drauf los, was die Jugendlichen gerade machen, wie sie zum Handwerk gekommen sind oder was man in der Ausbildung verdient.

Die irische Bildungsministerin Hildegarde Naughton und eine Delegation ihres Hauses informierte sich bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz über deutsche Standards in der Berufsbildung und die duale Ausbildung im Speziellen. Den Kennenlernrundgang durch die Ausbildungswerkstätten in den HwK-Zentren nutzte die Ministerin intensiv für persönliche Gespräche mit Lehrlingen und HwK-Ausbildern und erhielt so aus erster Hand und „ungefiltert“ Informationen zur Berufsentscheidung, zu Inhalten der Ausbildung und weitere Karrieremöglichkeiten über den Ausbildungsabschluss hinaus. Denn anders als in Deutschland gibt es auf der grünen Insel kein duales Ausbildungssystem und prozentual deutlich weniger Lehrlinge in Handwerksberufen. Die Ausbildung findet überwiegend in den Betrieben statt. In den letzten Jahren wurde eine Modernisierung des Berufsbildungssystems eingeleitet, was auch eine Aufwertung handwerklicher Tätigkeiten mit sich brachte. Doch gerade die überbetriebliche Ausbildung fehlt, die sich die irischen Besucher bei der HwK in sechs unterschiedlichen Berufen – vom Kfz-Handwerk bis zu den Bäckern – erklären und zeigen ließen. HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich und Vertreter des Bundesbildungsministeriums sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung gaben entsprechende Hintergrundinformationen. Lehrlinge berichteten über ihren Alltag, so Kfz-Mechatronikerin Denise Perscheid. Die 18-Jährige wird bei der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH. ausgebildet und steht kurz vor der Gesellenprüfung. Sie erläuterte der Bildungsministerin Inhalte der überbetrieblichen Ausbildung bei der HwK, die sich an diesem Tag um Diagnostik des elektronischen Motormanagements drehte. Eine fachlich anspruchsvolle und technisch sehr aufwändige Schulung, „denn wir müssen künstlich in das System eingespeiste Fehler finden und beseitigen. Das setzt Wissen im Umgang mit den Diagnosegeräten voraus und natürlich auch um die Funktionsweise elektronischer Bauteile im Fahrzeug, macht aber auch Spaß, wenn man sich gemeinsam eine Lösung erarbeitet.“

Kfz-Lehrlinge begrüßen die irische Bildungsministerin mit Handschlag.
HwK Koblenz/ Jörg Diester
Das erlebt man auch nicht alle Tage: die irische Bildungsministerin Hildegarde Naughton stellt sich persönlich per Handschlag den Kfz-Lehrlingen in der HwK vor und tauscht sich anschließend ausführlich zur Ausbildung und zu den im Rahmen der dualen Ausbildung vermittelten Inhalten aus. Sechs unterschiedliche Handwerksberufe lernte sie so an diesem Tag kennen.

Die Partnerschaft mit Irland ist für die Handwerkskammer Koblenz keine Einbahnstraße, denn so, wie nun eine Politikerin der irischen Regierung die HwK besuchte, reisen regelmäßig Lehrlinge aus dem Kammerbezirk auf die Insel und arbeiten dort im Rahmen eines Auslandsaufenthalts in Betrieben mit. Organisiert wird dieses Angebot über die HwK-Mobilitätsberatung.

Mehr Informationen zu Auslandspraktika gibt bei der HwK Koblenz Petra Laudemann, Telefon 0261/398-337, mobira@hwk-koblenz.de, www.hwk-koblenz.de/mobira     

 

Jörg Diester

Leitung Pressestelle

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