Die digitale Baustelle
HwK Koblenz

Die digitale Baustelle

HwK-Veranstaltung informiert über Chancen und Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung für Bau- und Ausbauhandwerke

Koblenz. Mehrere Baustellen zeitgleich in der Bearbeitung, spontane Änderungswünsche des Kunden oder nicht vorhersehbare Störungen der Abläufe mit weitreichenden Folgen für die Abwicklung, spontane Nachfragen der Mitarbeiter vor Ort zu Details in der Ausführung – ohne digitale Bauakte ist modernes Management in Handwerksunternehmen der Bau- und Ausbaugewerke kaum noch möglich. Entscheidungen werden online getroffen, Beschreibungen zum Stand der Arbeiten, zum Arbeits- und Materialaufwand in Echtzeit in ein komplexes Prozessmanagement übertragen.

Was längst alles möglich ist und wo die digitale Entwicklung für die Bauhandwerke hin geht, war Thema der Informationsveranstaltung „Der Wandel auf der Baustelle – Digitalisierung im Bauwesen“. Was neudeutsch als BIM – „Building Information Modeling“ – beschrieben wird, bekam bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz konkrete Inhalte. Betriebsinhaber berichteten über ihre Erfahrungen, Digitalisierungsexperten über Möglichkeiten und Entwicklungen. Dabei wurde deutlich, wie intensiv digitale und reale Bauwelt bereits ineinandergreifen. Planung, Steuerung, Ausführung bis hin zur Abrechnung laufen dank Digitalisierung wesentlich schneller, einfacher und für alle Beteiligten auch wesentlich transparenter. Der Arbeitsaufwand für die Unternehmen sinkt, denn wurde früher nach der Arbeit auf der Baustelle der Schreibkram am Abend im Betrieb erledigt, übernimmt das „just in time“ die digitale Bauakte.

„Für uns ist die Digitalisierung aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken“, bringt es Tim Gemünden, Geschäftsführer des gleichnamigen Familienunternehmens aus Ingelheim auf den Punkt. Großprojekte in Frankfurt (Main) und parallel zu koordinierende Aufträge in ganz Deutschland sind Alltag des Bauunternehmens „und das alles funktioniert nur reibungslos und effektiv, wenn wir die digitalen Bauakten in allen Prozessbereichen einsetzen.“

Vor wenigen Jahren noch unvorstellbar, zählt längst auch der Einsatz von Kameradrohnen zur Beschreibung anstehender Arbeiten wie auch Dokumentation in der Ausführung dazu oder die dreidimensionale Vermessung über Laserscanner von großen Gebäudekomplexen. „Das technologische Tempo ist bereits hoch und die weitere Entwicklung gewinnt immer mehr an Fahrt. Wir beraten unsere Betriebe, was alles möglich ist und wie ein digitales Prozessmanagement im Baubetrieb oder auch Friseursalon effektiv eingesetzt werden kann. Der Digitalisierung ist die Branche egal“, fasst Andreas Weber, HwK-Digitalisierungsberater zusammen. Entsprechend ist die Beratungsleistung der Handwerkskammer Koblenz aufgebaut. Mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk ist die Koblenzer Kammer auch Standort eines von vier bundesweiten Zentren, die ausschließlich auf die Adaption digitaler Prozesse in Betriebsabläufe des Handwerks spezialisiert sind.

„Das kommt unseren Handwerkern unmittelbar zugute und sehen wir die digitalen Möglichkeiten, die in vielen Unternehmen längst genutzt werden, stimmt das optimistisch. Die Digitalisierung ist längst im Handwerk angekommen“, beschreibt Ralf Hellrich als Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz diesen Prozess.

Für das starke Digital-Interesse der Handwerker sprach auch der volle Veranstaltungsort: Fast 80 Teilnehmer holten sich in sieben Fachvorträgen über vier Stunden wichtige Informationen, Tipps und Anregungen, Erfahrungsaustausch untereinander inklusive.

HwK-Weiterbildungsseminar zu BIM ab Februar 2019

Mit einer Kombination aus zwei Präsenzterminen und einer webbasierten Selbstlernphase richtet sich das HwK-Seminar an alle am Bauprozess beteiligten Gewerke rund um die Schlüsselfragen: Was ist BIM? Welchen Umfang hat BIM? Wie kann ich BIM für meine Baustelle nutzen? Die Präsenztermine finden am 5. Februar und 12. März 2019 bei der Handwerkskammer Koblenz statt. Die Zeit zwischen den beiden Präsenzterminen dient der Bearbeitung der digitalen Lernbausteine (Online-Lernen). Die Teilnehmerzahl ist auf 12 begrenzt.

 

07.01.2019



 

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Rudolf Müller
Diplom-Ingenieur (FH)

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2018-05-24

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