Jennifer Groß zeigt ihr Konterfei auf Holz.
HwK Koblenz/ Dagmar Schweickert
Jennifer Groß mit ihrem Konterfei auf Holz, das dank modernster CNC-Fräsanlage in Sekundenschnelle aus einem gerade gemachten Digitalfoto erstellt wurde.

23.10.2026Jennifer Groß lernt duale Ausbildung im Handwerk hautnah kennen

Einmal selbst den Schweißsimulator ausprobieren, den angehenden Kfz-Mechatronikern über die Schulter schauen und in den Tischlerwerkstätten ein gelasertes Brett mit dem eigenen Konterfei erhalten: Jennifer Groß kam bei ihrem Antrittsbesuch bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz schnell mit der Praxis in Berührung. Die neue Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium war wissbegierig und begeistert vom Campus Handwerk und interessierte sich nicht nur für technische Innovationen, sondern auch für die Menschen, die sie im Handwerk voranbringen.

Gruppenbild
HwK Koblenz/ Dagmar Schweickert
Staatssekretärin Jennifer Groß (3. v. links) freute sich über interessante Einblicke und Gespräche beim Besuch der Berufsbildungszentren der HwK Koblenz. Zusammen mit HwK-Geschäftsführer Bernd Hammes (von links), Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich, Präsident Kurt Krautscheid, dem Leiter der Zentren Christopher Börner und begleitet von ihren Mitarbeiterinnen Sylvia Nau und Yvonne Anders aus dem Bildungsministerium erlebte sie einen spannenden Rundgang.

Als langjährige Lehrerin, Landtagsabgeordnete und zweifache Mutter bringt Groß einen besonderen Blick auf Bildungsfragen mit. Hinzu kommt ihre persönliche Verbindung zum Handwerk, da sie aus einer Tischlerfamilie stammt. Beim Rundgang mit HwK-Präsident Kurt Krautscheid, Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich und Geschäftsführer Bernd Hammes lernte sie die Ausbildungswerkstätten, den Kurs der aktuellen Elektrotechnik-Meisterschüler und angehende Kfz-Mechatroniker im dritten Lehrjahr kennen. Besonders beeindruckt war sie von den Möglichkeiten des Innovationsraums, in dem Zukunftstechnologien praxisnah und optimal verknüpft präsentiert werden.

Jennifer Groß testet den Schweißsimulator.
HwK Koblenz/ Dagmar Schweickert
Dank innovativer Ausstattung der Schulungsräume ist das Erlernen von Handschweißverfahren gefahrlos und ohne Energieaufwand möglich: Jennifer Groß testet den Schweißsimulator und ihre Fähigkeiten bei der Materialverbindung.

Wie wichtig es ist, Neues nicht nur zu kennen, sondern auch in den Betriebsalltag zu integrieren, zeigte sich im anschließenden Gespräch. Hellrich und Krautscheid betonten die stetige Innovationskraft des Mittelstands: „Kurze Wege, Flexibilität und lösungsorientiertes Handeln ermöglichen es unseren Handwerksbetrieben, Ideen schnell umzusetzen“, unterstrich Kurt Krautscheid. „Innovation in der Mittagspause“ – diese zugespitzte Beschreibung brachte einen Vorteil auf den Punkt, den große und eher starr organisierte Unternehmen nicht immer nutzen können. Auch die Anforderungen, die die Künstliche Intelligenz für die moderne Arbeitswelt und den Bereich der Aus- und Weiterbildung bedeuten, wurden intensiv erörtert.

Sinnstiftende Arbeit und klare Anforderungen

Mit Blick auf den Nachwuchs berichtete Präsident Krautscheid von einem wachsenden Interesse junger Menschen am Handwerk. Gerade kleinere Betriebe seien attraktiv, weil Jugendliche eine sinnvolle Tätigkeit im Team suchten. Auch Bernd Hammes beobachtet eine positive Entwicklung bei den Bewerbern: Mehr Abiturienten und sehr gute Realschüler entscheiden sich zunehmend für eine handwerkliche Ausbildung. Die praktische Seite des Berufslebens gewinne wieder an Bedeutung.

Groß fragte nach, welchen Beitrag die Schulen leisten könnten. Im Austausch wurde deutlich, dass Betriebe häufig schulische Defizite auffangen, zugleich aber mehr Eigeninitiative und Durchhaltevermögen von Auszubildenden erwarten. Hammes verwies auf die „gestreckte Gesellenprüfung“, bei der bereits der erste Prüfungsteil für das Gesamtergebnis zählt. Groß unterstrich, dass junge Menschen auch lernen müssten, mit Rückschlägen umzugehen. Und sie ist sich sicher: „Es ist wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen, dass man ihnen – auch in der Schule – nicht jedes Hindernis aus dem Weg räumt, sondern dass sie auch lernen, zu scheitern und Herausforderungen zu bewältigen zu lernen. Hier sehe ich auch einen klaren Bildungsauftrag an die Lehrkräfte.“ Mehr Praktika – auch an Gymnasien – könnten helfen, berufliche Perspektiven frühzeitig kennenzulernen und für sich in der Frage einer Zukunftsplanung zu nutzen.

Zur Sprache kamen außerdem die internationale Nachfrage nach dem dualen Ausbildungssystem und die Möglichkeit, beruflich erworbene Kompetenzen auch ohne reguläre Ausbildung durch eine Validierung anerkennen zu lassen. Für die Zukunft des Handwerks, darin waren sich die Gesprächspartner einig, brauche es Offenheit für Neues ebenso wie Leistungsbereitschaft und den Willen, sich weiterzuentwickeln. Jennifer Groß war begeistert vom technischen Stand und der Vielfalt der Berufsbildungszentren. Sie unterstrich abschließend: „Diese Werkstätten der HwK sind nicht nur Orte, an denen Fachwissen vermittelt wird. Sie zeigen auch ganz praktisch, wie eng Bildung, technische Innovation und die Zukunft der jungen Menschen hier miteinander verbunden sind.“

 

Jörg Diester

Leitung Pressestelle

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