Welcher Stichtag gilt für die Berechnung der Umsatzsteuer?

Entscheidend ist in der Regel, wann eine Ware geliefert oder eine Dienstleistung vollständig erbracht ist.

Maßgebend für die Anwendung des Umsatzsteuersatzes ist der Zeitpunkt, in dem der jeweilige Umsatz ausgeführt wird. Steuerrechtlich ausgeführt wird der Umsatz

  • bei Werklieferungsverträgen mit der Verschaffung der Verfügungsmacht, d.h. regelmäßig mit der Abnahme. Werklieferungen sind solche Verträge, bei denen der Unternehmer ein bestelltes Werk unter Verwendung von ihm selbst beschaffter Hauptstoffe erstellt (Beispiel: der Bodenleger beschafft die von ihm zu verlegenden Parkettstäbe). Das wird im Bundeshochbau der Regelfall der Bauleistungen sein.
  • bei Werkverträgen einschließlich Planungsleistungen grundsätzlich mit der Vollendung des Werkes ausgeführt. Die Vollendung des Werkes wird häufig und im Zweifel mit dem Zeitpunkt der Abnahme zusammenfallen, diese ist steuerrechtlich aber nicht zwingend Voraussetzung. Bauleistungen in Form von Werkverträgen sind solche, bei denen kein Hauptstoff verwendet wird (z.B. Aushub einer Baugrube, Erdbewegungen) oder wenn die benötigten Hauptstoffe vom Auftraggeber gestellt werden.

Es kommt nicht darauf ann, wenn:

  • der Vertrag geschlossen wurde,
  • eine Rechnung eingegangen ist oder
  • die Zahlung erfolgte.

Diese Regelungen gelten für Teilleistungen entsprechend. Teilleistungen sind wirtschaftlich abgrenzbare Teile einheitlicher Leistungen, für die das Entgelt gesondert vereinbart wird und die demnach statt der einheitlichen Gesamtleistung geschuldet werden.

Quelle: Bundesfinanzministerium sowie Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

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