Welche Voraussetzungen werden an ein Hygieneschutzkonzept für Kosmetikstudios gestellt?

Kosmetikstudios können grundsätzlich nach der 18. CoBeLVO wieder öffnen.

!!Aber Achtung: Es greifen Allgemeinverfügungen  von Landkreisen und kreisfreien Städten bei erhöhten Inzidenz-Werten!!

Gem. § 23 der 18. CoBeLVO besteht die Verpflichtung der Landkreise und kreisfreien Städte, Allgemeinverfügungen zu erlassen, die schärfere Maßnahmen vorsehen, sofern

  • die 7-Tages-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt an mehr als 3 Tagen in Folge den Wert von 50 überschritten wird bzw.
  • die 7-Tages-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt an mehr als 3 Tagen in Folge den Wert von 100 überschritten wird.

Für Dienstleistungen, bei denen nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann (etwa Kosmetik oder Rasur), sind nach  der 18. CoBeLVO § 6 Abs. 4 nunmehr ein tagesaktueller negativer Covid-19 Schnelltest, über den eine Bescheinigung ausgestellt ist, oder ein vor Ort vorgenommener Selbsttest der Kunden mit negativem Ergebnis (Testpflicht, siehe Frage: Testpflicht gem. § 1 Abs. 9 der 18. CoBeLVO) sowie ein Testkonzept für das Personal Voraussetzung.

Mit Inkrafttreten einer Allgemeinverfügung des Landkreises/der kreisfreien Stadt bei Überschreitung der 100-Inzidenz sind körpernahe Dienstleistungen wie die in Kosmetikstudios untersagt.

Aufgrund der geltenden SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung muss jedes Unternehmen auf Grundlage einer angepassten Gefährdungsbeurteilung sowie betrieblichen Pandemieplanung ein Hygienekonzept umsetzen. Dieses betriebliche Hygienekonzept ist schriftlich zu fixieren und allen Beschäftigen zugänglich zu machen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) einen branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard erstellt.

Aufgrund vergleichbarer Bedingungen wurden dabei die branchenspezifischen BGW-Arbeitsschutzstandards für die Kosmetik sowie für Fußpflegeeinrichtungen und Nagelstudios zusammengelegt.

Der neue Branchenstandard SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für Kosmetik-, Nagelstudios und Fußpflegeeinrichtungen wurde an die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sowie an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS angepasst.

Die wichtigsten Änderungen für diese Berufsgruppen gegenüber den Versionen vom 20.05.2020:

  • Befinden sich mehrere Personen im Raum, darf eine Mindestfläche von 10 qm pro Person nicht unterschritten werden
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske), auch bei Hausbesuchen.
  • Für Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder.
  • Die Verwendung von FFP2-Masken beim Bedienen ist präzisiert, wenn Kundinnen und Kunden Mund und Nase nicht bedecken können, etwa bei Gesichtsbehandlungen oder aus medizinischen Gründen.
  • Die Studioleitung muss Beschäftigten für Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegenstehen.

Zusätzlich gelten länderspezifische Vorgaben sowie ergänzende Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Bitte beachten Sie auch eventuell bestehende kreisspezifische Vorgaben.