Welche Voraussetzungen werden an ein Hygieneschutzkonzept für Friseurbetriebe/Kosmetikstudios/Fußpflegeeinrichtungen/Nagelstudios gestellt?

Das Land Rheinland-Pfalz hat am 01.04.2022 die 33. Corona-Bekämpfungsverordnung (CoBeLVO) veröffentlicht und damit die bis dato geltenden Regelungen für körpernahe Dienstleistungen aufgehoben.

Welche wesentlichen Änderungen sich daraus für Sie ergeben, haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst:

WESENTLICHE ÄNDERUNGEN FÜR SIE

3G-Regelung für Kunden*innen entfällt

  • Maskenpflicht für Kunden*innen entfällt  Das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen, in denen Personen im Wege des Kunden- oder Besucherverkehrs zusammenkommen wird dringend empfohlen (§2 Abs. 4 CoBeLVO)

Die 33. Corona-Bekämpfungsverordnung gilt ab Sonntag, 03. April 2022 und tritt mit Ablauf des 25. Juni 2022 außer Kraft.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat am Mittwoch, den 25.05.2022 ihren branchenspezifischen Corona-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk sowie für Beauty- und Wellnessbetriebe zurückgezogen.

Wesentliche Änderungen für Sie

  • Folgende Pflichten entfallen:
    • Erstellung eines Hygieneplans
    • betriebsbedingte Kontaktreduzierung
    • Unterweisung zu Gesundheitsgefährdungen durch Corona
    • verpflichtende Information der Beschäftigten zu den Möglichkeiten einer Schutzimpfung
    • Möglichkeit während der Arbeitszeit zur Impfung

Generell haben Sie als Arbeitgeber*in jedoch die Pflicht im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung basierend auf der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ sowie dem Arbeitsschutzgesetz erforderliche Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu treffen. D. h. somit müssen Sie auch weiterhin eigenverantwortlich Schutzmaßnahmen vor SARS-CoV-2 festsetzen, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu wahren.

Die BGW empfiehlt daher grundsätzlich weiterhin die Einhaltung der bereits bestehenden Basisschutzmaßnahmen (AHA+L) im Betrieb:

Empfehlungen der BGW:

  • Arbeiten mit Maske – überall wo der Abstand zu Personen nicht eingehalten werden kann oder eine schlechte Lüftungssituation besteht, sollte mindestens ein Mund-Nasen-Schutz/eine medizinische Gesichtsmaske oder eine Atemschutzmaske (z. B. FFP2-Maske) getragen werden
  • Hygiene – richtiges Husten und Niesen in die Armbeuge, Desinfektion oder Waschen der Hände sowie bei Corona-typischen Symptomen zuhause bleiben
  • Abstand - mindestens 1,5 Meter zwischen Personen in Innenräumen soweit wie möglich einhalten
  • Lüften von Innenräumen regelmäßig durchführen

Je nach Gefährdungslage z. B. durch regional hohe Inzidenzen (hot-spots), Ausbruchsgeschehen im Betrieb oder durch das Auftreten von kritischen Varianten des Corona-Virus und abhängig von dem Infektionsrisiko bei der jeweiligen Tätigkeit, können weitergehende Maßnahmen in der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet werden.

Mögliche weitergehende Maßnahmen:

  • unnötige Kontakte vermeiden
  • Reinigungs- / Hygieneplan anpassen
  • Atemschutz-Maske (z. B. FFP2-Masken) verwenden
  • vermehrte Testangebote für Beschäftigte

Sie sollten daher entsprechend Ihre Gefährdungsbeurteilung anpassen.

Bei der eigenverantwortlichen Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-Virus unterstützt die BGW ihre Mitgliedsbetriebe mit aktuelle Informationen sowie Empfehlungen zum betrieblichen Infektionsschutz.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Ihr Hausrecht

Sie können als Betriebsinhaber*in entscheiden, dass in Ihrem Betrieb schärfere Regelungen für Kunden*innen gelten sollen.

Diese Regeln können Sie einerseits auf Ihr Hausrecht und andererseits auf die Vertragsfreiheit stützen.

Sie können als Betriebsinhaber*in bestimmen, welche Kunden*innen Sie in Ihren Betrieb herein lassen und wen Sie bedienen wollen.