Welche Voraussetzungen werden an ein Hygieneschutzkonzept für Friseurbetriebe gestellt?

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat einen Branchenstandard für Friseurbetriebe entwickelt. Er basiert auf dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die Fassung vom 08.05.2020 wurde durch eine neue Fassung (Stand 20.05.2020) ersetzt.

In dieser wird hervorgehoben, dass sofern Kunden während einer Gesichtsbehandlung, wie Make-up, Rasur und Bartpflege, keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, Beschäftigte immer eine FFP2-Maske oder Masken mit der Bezeichnung N95 und KN95, ergänzt durch eine Schutzbrille oder einen Gesichtsschild tragen.

Weiterhin wurde der Punkt Zutritt von Kundschaft und anderen Personen im Friseursalon umformuliert: „Personen mit COVID-19-Symptomen und solche, für die behördliche Quarantäne angeordnet ist, dürfen die Salonräume nicht betreten bzw. nicht bedient werden. Darauf sollte bereits bei Terminvereinbarung hingewiesen werden.“

Grundsätzlich gilt:

  • Neben Mund-Nasen-Bedeckungen müssen den Beschäftigten auch Atemschutzmasken und Gesichtsschutz zur Verfügung gestellt werden.
  • die personenbezogene Benutzung jeglicher Arbeitskleidung und Schutzausrüstung ist strikt einzuhalten
  • Arbeitskleidung und PSA sind getrennt von der Alltagskleidung aufzubewahren.

Die BGW empfiehlt von einer Bewirtung abzusehen.

Zeitschriften sollten nur unter Hygieneauflagen zur Verfügung gestellt werden; Beschäftigte müssen nach jedem Zeitschriftenkontakt Handhygiene betreiben.

Ab dem 13.05.2020 dürfen auch wieder gesichtsnahe Dienstleistungen wie Make-up, Rasur und Augenbrauenzupfen durchgeführt werden. Bitte beachten Sie dazu auch die Hygieneanforderungen für Kosmetiker.

Die BWG hat ein Muster zur Gefährdungsbeurteilung (Stand 08.05.2020) online gestellt mit welchem auch die Gesichtsbehandlungen berücksichtigt sind. Bitte gleichen Sie Ihre aktuelle Gefährdungsbeurteilung damit ab.

Weiterhin hat die BGW den „Reinigungs- und Desinfektionsplan für den Friseursalon“ aktualisiert (Stand 27.05.2020).

Am 25.06.2020 hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ihre Praxishinweise zu den Arbeitsschutzstandards für Friseure in der Corona-Pandemie angepasst.

Die Empfehlung der BGW lautet wie folgt: „Eine Haarwäsche vor dem Haarefärben ist nicht nötig, wenn Beschäftigte beim Auftragen und Auswaschen der Farbe Handschuhe tragen. Bislang galt, dass Friseure und Friseurinnen ihrer Kundschaft vor jeder Dienstleistung die Haare waschen sollen. Diese Änderung zu vorherigen Empfehlungen ergibt sich aus aktuellen Erkenntnissen über die Infektionswege von SARS-CoV-2. Bitte beachten Sie jedoch die jeweiligen Vorgaben der Landesregierung in Ihrem Bundesland.“

In Punkto „Haarwäsche vor dem Färben“ heißt es daher nun im praxisbezogenen BGW-Antwortkatalog:

„Haarefärben findet vor dem Haarschnitt oder dem Styling statt. Da Beschäftigte beim Färben Einmalhandschuhe tragen sollen und die Haare nach der Einwirkung der Farbe mit Einmalhandschuhen ausgewaschen werden, müssen die Haare vor dem Färben nicht gewaschen werden. (...)“

Auf diese Modifizierung verweist auch der Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland.

In allen anderen Fällen ist die Haarwäsche nach wie vor obligatorisch. Dies gilt auch für Kinder.

Die Auslegungshinweise und FAQ der BGW finden Sie hier.

Anbei erhalten Sie auch eine Auslegungshilfe sowie weitere Hilfsmittel zur Umsetzung eines entsprechenden Hygienekonzepts.

Zusätzlich gelten länderspezifische Vorgaben sowie ergänzende Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Bitte beachten Sie auch eventuell bestehende kreisspezifische Vorgaben.