Welche steuerlichen Erleichterungen wurden aufgrund der Corona-Krise beschlossen?

  • Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde.
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Ist abzusehen, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, sollen die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt werden.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge soll bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet werden, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung  unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.
  • Mit dem zweiten „Corona-Steuerhilfegesetz“ sind weitere steuerliche Erleichterungen für Unternehmen vorgesehen:
    • Senkung der Umsatzsteuersätze
      Die Umsatzsteuersätze werden befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 % und von 7 auf 5 % gesenkt.
    • Verschiebung der Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer
      Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben.
    • Kinderbonus für Kindergeldberechtigte
      Für jedes im September 2020 kindergeldberechtigte Kind wird ein Kinderbonus von 300 Euro gewährt.  Die Auszahlung erfolgt aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung grundsätzlich in zwei gleichen Teilen von jeweils 150 Euro im September und Oktober 2020. Hierdurch wird gezielt und kurzfristig ein zusätzlicher gesamtwirtschaftlicher Nachfrageimpuls insbesondere durch Familien mit geringerem bis mittlerem Einkommen und mehreren Kindern zur Stärkung der Konjunktur geschaffen.
    • Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende
      Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf zwei Jahre von derzeit 1 908 Euro auf 4 008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben.
    • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrag
      Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen.
    • Degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüte
      Einführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.
    • Erhöhung des max. Bruttolistenpreises für die Besteuerung der privaten Nutzung CO2-emissionsfreier Dienstwagen
      Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, die keine Kohlendioxidemission je gefahrenem Kilometer haben, wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises von 40 000 Euro auf 60 000 Euro erhöht.
    • Fristverlängerungen für Reinvestitionen und für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen Vorübergehende Verlängerung der Reinvestitionsfristen des § 6b des Einkommensteuergesetzes (EStG) um ein Jahr.
      Verlängerung der in 2020 endenden Fristen für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG um ein Jahr.
    • Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbe-Betrieben
      Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaft bekommen die geleisteten Gewerbesteuerzahlungen auf ihre persönliche Einkommensteuer angerechnet. Bisher wurde dabei das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrags auf die Einkommensteuerschuld angerechnet. Ab 2020 wird der Ermäßigungsfaktor von 3,8 auf 4 angehoben.
    • Erhöhung des Freibetrags für die Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer
      Bei der Gewerbesteuer wird der Freibetrag für die Hinzurechnungstatbestände des § 8 Nummer 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) auf 200 000 Euro erhöht.
    • Erhöhung der maximalen Bemessungsgrundlage der Forschungszulage
      Die maximale Bemessungsgrundlage der steuerlichen Forschungszulage wird auf 4 Mio. Euro im Zeitraum von 2020 bis 2025 erhöht.


Setzen Sie sich dazu bestmöglich mit Ihrem Steuerberater in Verbindung.

Was heißt das konkret? – Hier gibt es derzeit noch keine genaue Definition.

Sie müssen dem Finanzamt ausführlich schildern, inwiefern sie vom Corona-Virus gesundheitlich und wirtschaftlich betroffen sind. Mögliche Ansatzpunkte sind hierbei:

  • Krankheit oder Quarantäne des Betriebsinhabers,
  • Krankheit oder Quarantäne von Mitarbeitern,
  • angeordnetes Tätigkeitsverbot / auferlegte Betriebsschließung,
  • Übersicht der Auftragsausfälle / Zahlungsausfälle

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Einfuhrumsatzsteuer, Energiesteuer, Kraftfahrzeugsteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen.

Auch das Bundeszentralamt für Steuern, das für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer zuständig ist, ist ebenso angehalten derart zu verfahren.

Der "FAQ-Katalog" des Bundesministeriums bietet hierzu weitere Informationen.

Ein „FAQ-Katalog“ der Bundessteuerberaterkammer bietet für den Umgang mit dem neuartigen Corona-Virus eine erste Orientierung.

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