Welche steuerlichen Erleichterungen gelten 2021 aufgrund der Corona-Krise?

  • Verlängerte Frist zur Abgabe von Steuererklärungen: Die Abgabefrist für das Kalenderjahr 2019 für durch Steuerberater erstellte Steuererklärungen soll um sechs Monate verlängert werden. Eine Verabschiedung der gesetzlichen Grundlage ist im März 2021 geplant. Die Steuererklärungen können dann bis zum 31.8.2021 abgegeben werden.
  • Verlängerung von Stundungsmöglichkeiten: Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen sind, können bei ihrem Finanzamt – wie bereits seit dem 19. März 2020 – bis zum 31. März 2021 einen Antrag auf (Anschluss-)Stundung grundsätzlich aller Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens stellen. Die Stundungen laufen dann längstens bis zum 30. Juni 2021.

    Darüberhinausgehende Anschlussstundungen sollen im vereinfachten Verfahren nur im Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung gewährt werden. Stundungszinsen werden in diesen Fällen grundsätzlich nicht erhoben.

    Über den 30. Juni 2021 hinausgehende Stundungen – ohne Ratenzahlungsvereinbarungen – sind wie im sonst üblichen Antragsverfahren unter Erbringung der erforderlichen Nachweise, insbesondere zu den wirtschaftlichen Verhältnissen, möglich.

    Die Einzelheiten sind in einem entsprechenden BMF-Schreiben vom 22. Dezember 2020 geregelt.

  • Vollstreckungsaufschub: Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden (im Folgenden von der Corona-Krise Betroffene), können längstens bis zum 31. März 2021 vollstreckungsrechtliche Erleichterungen beantragen. Bei den von der Corona-Krise Betroffenen soll dann längstens bis zum 30. Juni 2021 von der Vollstreckung rückständiger oder bis zum 31. März 2021 fällig werdender Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Lohnsteuer und Umsatzsteuer) abgesehen werden (Vollstreckungsaufschub). In diesen Fällen können die zwischen dem 19. März 2020 und längstens dem 30. Juni 2021 kraft Gesetzes verwirkten Säumniszuschläge erlassen werden. Eine Verlängerung des Vollstreckungsaufschubs über den 30. Juni 2021 hinaus (einschließlich Erlass von Säumniszuschlägen) ist im vereinfachten Verfahren nur im Zusammenhang mit einer angemessenen, längstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung möglich. Ratenzahlungen, die über den 31. Dezember 2021 hinausgehen, sind von den Erleichterungen ausgenommen.
  • Steuervorauszahlungen: Steuerpflichtige, die durch die Corona-Krise unmittelbar und nicht unerhebliche wirtschaftliche Schäden erleiden (im Folgenden von der Corona-Krise Betroffene), können die Steuervorauszahlungen auf Antrag durch das Finanzamt herabsetzen lassen, wenn absehbar ist, dass aufgrund sinkender Umsätze die Gewinne durch die Corona-Krise deutlich geringer ausfallen als bisher angenommen. Dies betrifft die Herabsetzung von Vorauszahlungen der Einkommen- und Körperschaftsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) sowie die Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrags (für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlung). Für die Herabsetzung von Vorauszahlungen ist grundsätzlich ein gesonderter Antrag erforderlich, der entsprechend zu begründen ist. Bei im laufenden Jahr wieder steigenden Einkünften ist zu beachten, dass es hierdurch unter Umständen zu einer höheren Abschlusszahlung kommen kann. Hierfür können die von den Finanzverwaltungen der Länder bereitgestellten Vordrucke genutzt werden, die die Antragsbearbeitung erleichtern und somit auch beschleunigen.
  • Unbürokratische Teilwertabschreibungen: Der mit den Schließungsanordnungen verbundene Wertverlust von Waren und anderen Wirtschaftsgütern im Einzelhandel und anderen Branchen soll aufgefangen werden, indem Teilwertabschreibungen unbürokratisch und schnell möglich gemacht werden. Zu inventarisierende Güter können ausgebucht werden. Damit kann der Handel die insoweit entstehenden Verluste unmittelbar verrechnen und steuermindernd ansetzen. Das sichert Liquidität.
  • Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende
    Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf zwei Jahre von derzeit 1 908 Euro auf 4 008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben.
  • Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrag
    Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen.
  • Degressive Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüte
    Einführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden.
  • Erhöhung des max. Bruttolistenpreises für die Besteuerung der privaten Nutzung CO2-emissionsfreier Dienstwagen
    Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, die keine Kohlendioxidemission je gefahrenem Kilometer haben, wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises von 40 000 Euro auf 60 000 Euro erhöht.
  • Fristverlängerungen für Reinvestitionen und für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen Vorübergehende Verlängerung der Reinvestitionsfristen des § 6b des Einkommensteuergesetzes (EStG) um ein Jahr.
    Bei Investitionsabzugsbeträgen, welche in nach dem 31.12.2016 und vor dem 1.1.2018 endenden Wirtschaftsjahren beansprucht wurden, endet die Investitionsfrist abweichend von § 7g Abs. 3 Satz 1 EStG erst zum Ende des 4. anstatt des 3. auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres (§ 52 Abs. 16 EStG).
  • Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbe-Betrieben
    Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaft bekommen die geleisteten Gewerbesteuerzahlungen auf ihre persönliche Einkommensteuer angerechnet. Bisher wurde dabei das 3,8-fache des Gewerbesteuermessbetrags auf die Einkommensteuerschuld angerechnet. Ab 2020 wird der Ermäßigungsfaktor von 3,8 auf 4 angehoben.
  • Erhöhung des Freibetrags für die Hinzurechnungstatbestände bei der Gewerbesteuer
    Bei der Gewerbesteuer wird der Freibetrag für die Hinzurechnungstatbestände des § 8 Nummer 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) auf 200 000 Euro erhöht.
  • Erhöhung der maximalen Bemessungsgrundlage der Forschungszulage
    Die maximale Bemessungsgrundlage der steuerlichen Forschungszulage wird auf 4 Mio. Euro im Zeitraum von 2020 bis 2025 erhöht.


Setzen Sie sich dazu bestmöglich mit Ihrem Steuerberater in Verbindung.

Was heißt das konkret? – Hier gibt es derzeit noch keine genaue Definition.

Sie müssen dem Finanzamt ausführlich schildern, inwiefern sie vom Corona-Virus gesundheitlich und wirtschaftlich betroffen sind. Mögliche Ansatzpunkte sind hierbei:

  • Krankheit oder Quarantäne des Betriebsinhabers,
  • Krankheit oder Quarantäne von Mitarbeitern,
  • angeordnetes Tätigkeitsverbot / auferlegte Betriebsschließung,
  • Übersicht der Auftragsausfälle / Zahlungsausfälle

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Einfuhrumsatzsteuer, Energiesteuer, Kraftfahrzeugsteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen.

Auch das Bundeszentralamt für Steuern, das für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer zuständig ist, ist ebenso angehalten derart zu verfahren.

Der "FAQ-Katalog" des Bundesministeriums bietet hierzu weitere Informationen.

Ein „FAQ-Katalog“ der Bundessteuerberaterkammer bietet für den Umgang mit dem neuartigen Corona-Virus eine erste Orientierung.

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