Welche Erleichterungen gibt es beim Kurzarbeitergeld (Kug)?

Um die Belastungen der Corona-Pandemie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber abzufedern, bestehen Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld bis zum 31.12.2021.  Zudem werden Anreize geschaffen, die Zeit der Kurzarbeit in Weiterbildung zu investieren.

Folgende Erleichterungen gelten bis zum 31.12.201 für Betriebe:

Vereinfachter Zugang

  • nur noch 10 % der Beschäftigten müssen von einem Arbeitsausfall von über 10 % betroffen sein
  • vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung von KUG
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • LeiharbeitnehmerInnen können Kurzarbeitergeld erhalten

Entlastungen

  • Die Sozialversicherungsbeiträge während der Kurzarbeit werden in voller Höhe an die Arbeitgeber erstattet.
  • Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge ist nach Stellung eines Insolvenzantrags bis zur Entscheidung des Gerichts über diesen Antrag oder bis zur Rücknahme des Insolvenzantrages grundsätzlich ausgeschlossen, um mögliche Doppelzahlungen der Bundesagentur für Arbeit zu vermeiden.

Verlängerte Bezugsdauer

  • Die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld soll für Betriebe, die mit der Kurzarbeit bis zum 31. Dezember 2020 begonnen haben, auf bis zu 24 Monate, längstens bis zum 31. Dezember 2021, verlängert werden.

Erhöhtes Kurzarbeitergeld

  • Beschäftigte, deren Arbeitsentgelt um mindestens die Hälfte reduziert ist, können weiterhin ab dem vierten Bezugsmonat vom erhöhten Kurzarbeitergeld profitieren.
  • Ab dem 4. Bezugsmonat wird das Kurzarbeitergeld - sofern der Anspruch bis zum 31. März 2021 entstanden ist - auf 70 % (77 % für Haushalte mit Kindern) angehoben.
  • Ab dem 7. Monat Kurzarbeit steigt das Kurzarbeitergeld auf 80 % (87 % für Haushalte mit Kindern) des entfallenen Nettoentgelts. Diese Regelungen gelten ebenfalls bis zum 31. Dezember 2021 für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist.

Hinzuverdienst möglich

  • Für während der Kurzarbeit aufgenommene Nebenbeschäftigungen wird die vollständige Anrechnung des Entgelts auf das Kurzarbeitergeld befristet bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt.
  • Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen sollen insoweit bis 31. Dezember 2021 verlängert werden, als dass Entgelt aus einer während der Kurzarbeit aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigung anrechnungsfrei bleibt.

Berufliche Weiterbildung

  • Wer seinen Beschäftigten in der Phase der Kurzarbeit berufliche Weiterbildung ermöglicht, bekommt als Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge bis zum 31. Juli 2023 zur Hälfte erstattet. Voraussetzung ist, dass
    • die Weiterbildung während der Kurzarbeit begonnen wird,
    • Träger und Maßnahme nach dem SGBIII zugelassen sind und
    • die Maßnahme mehr als 120 Stunden dauert oder nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz durchgeführt wird.

Zusammen mit der bis Ende 2021 befristeten, pandemiebedingten Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit können Arbeitgeber bis zum 31. Dezember 2021 somit weiterhin eine vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge erhalten, auch wenn die pandemiebedingte Erstattung ab 1. Oktober 2021 auf 50 % sinkt.

Zudem werden dem Arbeitgeber für Weiterbildungsmaßnahmen nach dem SGB III bis zum 31. Juli 2023 auch die Lehrgangskosten in Abhängigkeit der Betriebsgröße pauschal zwischen 15 Prozent und 100 Prozent erstattet. Damit werden starke Anreize gesetzt, die Kurzarbeit für die Weiterbildung der kurzarbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nutzen.

Insolvenzantrag:

Ab Antragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens (Insolvenzantrag), besteht kein Anspruch mehr auf Erstattung solcher Sozialversicherungsbeiträge, die später in einem Insolvenzverfahren angefochten werden können.

Zeitarbeitsbetriebe:

Die befristete Öffnung des Kurzarbeitergeldes für die Zeitarbeit bis zum 31. Dezember 2021 gilt auch für Zeitarbeitsbetriebe, die bis zum 30. September 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.

(Quelle: Bundesregierung)



Weitere Informationen finden Sie bei der Agentur für Arbeit, Hotline 0800 45555 20

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