Welche Entschädigungen gibt es für Selbstständige (auch Ein-Mann-Einzelunternehmen) bei Erkrankung oder behördlich angeordneter Betriebsschließung?

Für den Ausfall der Einnahmen kommt bei Selbstständigen zunächst einmal niemand auf. Dies fällt unter das Betriebsrisiko eines Unternehmers.

Allerdings gibt es auch für Selbständige staatliche Entschädigungsansprüche für Verdienstausfall nach § 56 Infektionsschutzgesetz, wenn der Selbstständige wegen einer Corona-Erkrankung oder eines Verdachtes einer Infektion/Quarantäne nicht arbeiten kann oder wegen eines Tätigkeitsverbotes / behördlicher Betriebsschließung nicht darf. 

Für die ersten sechs Wochen wird die Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls gewährt. Diese richtet sich nach dem Gewinn, der im Steuerbescheid für das vergangene Kalenderjahr festgestellt wurde. Zur Berechnung des Verdienstausfalls wird 1/12 des Arbeitseinkommens (§ 15 SGB IV) aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Nach sechs Wochen sinkt die Entschädigung auf die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes.
Entsprechende Anträge nimmt das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Landau gerne entgegen. Dort erhalten Sie auch eine Beratung im konkreten Einzelfall.

Bei Schließung einer Einrichtung auf Grund der Allgemeinverfügung einer Stadt oder eines Landkreises handelt es sich allerdings um eine allgemein präventive Maßnahme und nicht um eine konkrete Gefahr im Sinne des § 56 IfSG. In diesen Fällen findet § 56 IfSG keine Anwendung!

Den Antrag können Sie jedoch erst stellen, wenn o. g. Gegebenheiten eingetreten sind. D. h. wenn das Gesundheitsamt nach §§ 30, 31 oder 42 Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine Quarantäne/Absonderung bzw. ein Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot ausspricht.

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