Was sind die Voraussetzungen für die Beantragung von Kurzarbeitergeld (Kug)?

Anspruchsvoraussetzungen (§§ 95 ff. SGB III):

Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall

Ein Arbeitsausfall ist erheblich, wenn:

  • er auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht
  • er vorübergehend ist
  • er nicht vermeidbar ist und
  • im jeweiligen Kalendermonat (Anspruchszeitraum) mindestens 10 % der in dem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer/-innen von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als zehn Prozent ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen ist.

Bestehen noch übertragbare Urlaubsansprüche aus dem Vorjahr, sind diese grundsätzlich zur Vermeidung der Zahlung von Kurzarbeitergeld einzubringen. Etwas anderes gilt, wenn vorrangige Urlaubswünsche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur anderweitigen Nutzung des Resturlaubs entgegenstehen.

Betriebliche Voraussetzungen

Der Betrieb muss mindestens einen Arbeitnehmer/eine Arbeitneh­merin (Arbeiter/-in oder Angestellte/r, auch Auszubildende/r) beschäftigen.

Persönliche Voraussetzungen

  • nach Beginn des Arbeitsausfalls muss der Arbeitnehmer eine versicherungs­pflichtige Beschäftigung fortsetzen, aus zwingenden Gründen aufnehmen oder im Anschluss an die Beendigung seines Berufsaus­bildungsverhältnisses aufnehmen
  • das Arbeitsverhältnis darf nicht gekündigt oder durch Auf­hebungsvertrag aufgelöst werden
  • der Arbeitnehmer darf nicht vom Kug-Be­zug ausgeschlossen sein

Anzeige des Arbeitsausfalls

Der Arbeitsausfall muss der Agentur für Arbeit schriftlich angezeigt werden. Erst nach Anzeige der Kurzarbeit kann auch das Kurzarbeitergeld beantragt werden.

Verfahren

  1. Prüfen Sie, ob die o. g. Voraussetzungen: Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall, betriebliche und persönliche Voraussetzungen erfüllt sind
  2. Vereinbaren Sie mit den betroffenen Arbeitnehmern die Kurzarbeit schriftlich (Beachtung Tarifvertragliche Regelungen)
  3. Zeigen Sie daraufhin die Kurzarbeit bei Ihrer Agentur für Arbeit an (am besten Online) --> Anzeige des Arbeitsausfalls
  4. Die Agentur für Arbeit prüft und teilt Ihnen mit, ob Kurzarbeitsgeld bewilligt wird
  5. Berechnen Sie daraufhin die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Hierbei kann Sie Ihr Steuerberater oder die Agentur für Arbeit unterstützen.
  6. Zahlen Sie das Arbeitsentgelt für bereits geleistete Arbeitsstunden zzgl. Kurzarbeitergeld für die Ausfallstunden an Ihre Beschäftigten aus.
  7. Beantragen Sie monatlich nachträglich die Erstattung des Kurzarbeitergeldes anhand eines sog. Leistungsantrags bei der Agentur für Arbeit. (Achtung! Der Leistungsantrag muss innerhalb von 3 Monaten nach Ablauf des jeweiligen Abrechnungsmonats eingereicht werden.)
  8. Nach Prüfung wird Ihnen das Kurzarbeitergeld ausgezahlt.

Weitere Informationen auf der Webseite der Arbeitsagentur für Arbeit, Hotline 0800 45555 20

Die Seite wird bei Rechtsänderungen entsprechend aktualisiert.