Was beinhaltet das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"?

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ werden Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützt und motiviert werden, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten und jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen.

Ziele:

  • Ausbildungsplätze erhalten (Ausbildungsprämie)
  • zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen (Ausbildungsprämie plus)
  • Kurzarbeit für Auszubildende vermeinden (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)
  • Übernahme bei Insolvenzen fördern (Übernahmeprämie)

werden.

Voraussetzungen für alle Förderungen

  • Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU):
    Als KMU gelten Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten. Die Zahl der Beschäftigten wird in Vollzeitäquivalenten (Stichtag 29.02.2020) zugrunde gelegt
  • Die Ausbildung erfolgt in:
    • staatlich anerkannten Ausbildungsberufen,
    • Ausbildungsberufen nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und/ oder Altenpflegegesetz oder
    • den praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen, die bundes- und landesrechtlich geregelt sind.

Einschränkungen

Ein Betrieb erhält nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag.

Die Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ können nicht mit Förderungen auf anderen rechtlichen Grundlagen oder nach anderen Programmen des Bundes oder der Länder kombiniert werden, die die gleiche Zielrichtung oder den gleichen Inhalt haben.

Antragstellung

Anträge werden von der zuständigen Agentur für Arbeit entgegen genommen.

Einzureichende Unterlagen:

  • Antragsformular für die jeweilige Förderung
  • Bescheinigung der zuständigen Stelle für den Ausbildungsberuf bei Handwerksbetrieben sind dies entsprechend die Handwerkskammern.
  • De-minimis-Erklärung

Die jeweiligen Antragsformulare und Unterlagen sowie diverse Ausfüllhinweise zum entsprechenden Förderprogramm erhalten Sie auf der Seite der Arbeitsagentur.

Ausbildungsprämie (bei Erhalt des Ausbildungsniveaus)

Ziel:

  • Unterstützung von Ausbildungsbetrieben, um ihr Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren aufrecht zu erhalten. 

Zuschusshöhe:

2.000 € je abgeschlossenen Ausbildungsvertrag.

Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit

Weitere Voraussetzungen an den Betrieb

  • Die Betriebe, sind durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen. Davon ist auszugehen, wenn in der 1. Jahreshälfte 2020:
    mindestens 1 Monat Kurzarbeit durchgeführt wurde oder
    der Umsatzrückgang im April und Mai 2020 durchschnittlich ≥ 60 % im Vergleich zu April und Mai 2019 ist.*
  • Das Unternehmen darf sein Ausbildungsniveau im Jahr 2020 im Vergleich zu den 3 Vorjahren nicht verringern.
    Dazu werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten 3 Jahre (2017–2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge verglichen. Bei neu gegründeten Ausbildungsbetriebe wird die vorhandene Zeit betrachtet.

* Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Weitere Voraussetzungen an das Ausbildungsverhältnis

  • Das neue Ausbildungsverhältnis ist eine Berufsausbildung im Sinne von Ziffer II. 2, die frühestens am 1. August 2020 und spätestens am 15. Februar 2021 beginnt.
  • Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist nicht relevant. Entscheidend ist der Beginn!
  • Die Probezeit muss erfolgreich bestanden sein.

Antragstellung

Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen.

Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des betreffenden Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Ausbildungsprämie plus (bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus)

Ziel:

Unterstützung von Ausbildungsbetrieben ihr Ausbildungsniveau im Vergleich zu den Vorjahren zu erhöhen.

Zuschusshöhe:

3.000 € je zusätzlichen (über das frühere Ausbildungsniveau hinaus) abgeschlossenen Ausbildungsvertrag.

Diese Förderung wird anstelle der Förderung über 2.000 € aus der Ausbildungsprämie gezahlt; nicht zusätzlich.

Die Auszahlung erfolgt nach dem Ende der erfolgreich abgeschlossenen Probezeit.

Weitere Voraussetzungen an den Betrieb:

  • Betriebe, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn in der 1. Jahreshälfte 2020:
    • mindestens 1 Monat Kurzarbeit durchgeführt wurde oder
    • der Umsatzrückgang im April und Mai 2020 durchschnittlich ≥ 60 % im Vergleich zu April und Mai 2019 ist.*
  • Das Ausbildungsniveau im Jahr 2020 muss im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht sein.  Dazu werden die Ausbildungsverträge, die für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossen worden sind, mit dem Durchschnitt der über die letzten 3 Jahre (2017–2019) abgeschlossenen Ausbildungsverträge verglichen. Bei neu gegründeten Ausbildungsbetriebe wird die vorhandene Zeit betrachtet

*Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Weitere Voraussetzungen an das Ausbildungsverhältnis:

  • Das neue Ausbildungsverhältnis ist eine Berufsausbildung im Sinne von Ziffer II. 2, die frühestens am 1. August 2020 und spätestens am 15. Februar 2021 beginnt.
  • Der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ist nicht relevant. Entscheidend ist der Beginn!
  • Die Probezeit muss erfolgreich bestanden sein.
  • Ausbildungsniveau im Jahr 2020 muss im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht sein.

Antragstellung

Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 01.08.2020 bis 15.02.2021 beginnen.

Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des betreffenden Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Zuschuss zur Ausbildungsvergütung

Ziel:

Kurzarbeit bei Auszubildenden zu vermeiden, um den erfolgreichen Abschluss der begonnenen Ausbildung sicherzustellen.

D. h. zeigt Ihr Betrieb aufgrund der Corona-Krise Kurzarbeit an, vermeidet jedoch einen Arbeitsausfall bei den Auszubildenden, können Sie den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung erhalten.

Zuschusshöhe:

  • 75% der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat in dem ein Arbeitsausfall vorliegt.
  • Bemessungsgrundlage ist das im Ausbildungsvertrag geregelte Arbeitgeber-Brutto ohne Urlaubs- oder Weihnachtsendgeld.

Weitere Voraussetzungen:

  • Die Förderung können KMU erhalten, die ihre Auszubildenden nicht in Kurzarbeit schicken und auch bei deren Ausbildern außerhalb von Zeiten des Berufsschulunterrichts davon absehen
  • Der Arbeitsausfall muss im Betrieb / in einer Betriebsabteilung bei mindestens 50 % liegen.
  • Wenn Ihr Unternehmen Kurzarbeit anzeigt, muss gleichzeitig eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit erfolgen, dass die Ausbildung fortgesetzt wird. Hat Ihr Unternehmen bereits Kurzarbeit angezeigt, muss es dies unverzüglich nachholen.   D. h. bevor Sie den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung beantragen, müssen Sie der Agentur für Arbeit anzeigen, dass die Ausbildung fortgesetzt wird!

Antragstellung

Der Zuschuss ist rückwirkend für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten zu stellen. Sie können den Zuschuss erstmals im September 2020 für August 2020 beantragen und letztmals für Dezember 2020.

Zusätzliche Unterlagen zu o. g. (für die Anzeige):

  • Anzeige auf Fortsetzung der Berufsausbildung


Übernahmeprämie

Ziel:

Sicherung der Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines ausbildenden KMU.

Zuschusshöhe:

3.000 € pro aufgenommenem Auszubildenden, der aus einem pandemiebedingt in Insolvenz geratenen Betrieb stammt, an das aufnehmende KMU (einmalige Übernahmeprämie)

Weitere Voraussetzungen:

Eine pandemiebedingte Insolvenz wird bei KMU angenommen, über die bis zum 31. Dezember 2020 das Insolvenzverfahrens eröffnet worden ist und die sich vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.

Antragsberechtigt:

KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Weitere Voraussetzungen an das Ausbildungsverhältnis:

  • Die Übernahmeprämie wird für jeden Ausbildungsvertrag gewährt, der voraussichtlich ab dem 1. August bis zum 31. Dezember 2020 zur unmittelbaren Fortführung der Berufsausbildung abgeschlossen wird.
  • Es gilt ferner die Bedingung, dass das neue Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.

Antragstellung:

Sie können eine Förderung mit der Übernahmeprämie für Ausbildungen erhalten, die zwischen 1. August und 31. Dezember 2020 fortgesetzt werden. Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Ende einer ggf. vereinbarten Probezeit zu stellen.

Zusätzliche Unterlagen zu o. g.:

  • Bescheinigung des Insolvenzverwalters
HwK-Ausbildungsberatung

aubira@hwk-koblenz.de

0261 398-333



HwK-Lehrlingsrolle

lehrlingsrolle@hwk-koblenz.de

0261 398-361