KfW-Schnellkredit 2020

Für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) können Soloselbstständige und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft den KfW-Schnellkredit beantragen. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes und steht Unternehmen zur Verfügung, die aufgrund der Corona-Krise vorübergehend Finanzierungsschwierigkeiten haben, jedoch strukturell gesund und langfristig wettbewerbsfähig sind.

Antragsberechtigt sind:

  • (Solo-)Selbstständige und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft/Einzelunternehmen oder Freiberufler mit Sitz in Deutschland,
  • die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv sind und
  • in der Summe der Jahre 2017-2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt haben, sofern es bislang nur für einen kürzeren Zeitraum am Markt ist, wird dieser Zeitraum herangezogen.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 kein Unternehmen in Schwierigkeiten gem. EU-Definition gewesen sein.

Das Förderprogramm gilt nicht:

  • für Unternehmen, die zum 31.12.2019 in Schwierigkeiten waren, also vor Beginn der Coronakrise.
  • wenn Sie während der Kreditlaufzeit Gewinn oder Dividende ausschütten.
  • für Unternehmen, die landwirtschaftliche Produkte erzeugen oder in der Fischerei tätig sind.

Förder-/Finanzierungsvolumen:

Pro Unternehmensgruppe können maximal bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 finanziert werden.

Höchstgrenze:

  • Maximal 300.000 Euro pro Unternehmensgruppe bis einschließlich 10 Beschäftigte beim antragstellenden Unternehmen.
  • Maximal 500.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 10 bis einschließlich 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen.
  • Maximal 800.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen.

Ermittlung der Mitarbeiter-Anzahl

Zählen Sie alle Beschäftigten, die zum 31.12.2019 einen gültigen Arbeitsvertrag mit Ihrem Unternehmen hatten. Auszubildende und Beschäftigte in Elternzeit werden auch mitgezählt. Leih- oder Werkvertragsarbeitnehmer zählen nicht mit.

Teilzeitkräfte einschließlich Minijobber sind anhand der Wochenarbeitszeit in Vollzeitkräfte folgendermaßen umzurechnen:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden = Faktor 0,5
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden = Faktor 0,75
  • Mitarbeiter über 30 Stunden & Auszubildenden = Faktor 1
  • Mitarbeiter auf 450-Euro Basis = Faktor 0,23

Der Unternehmer ist selbst mitzuzählen.

Förderfähige Maßnahmen:

  • Investitionen
  • Betriebsmittel und Warenlager

Besondere Bedingungen während der Laufzeit des Kredits

  • Entnahmen, Gewinn- und Dividendenausschüttungen sowie die Gewährung von Darlehen der Gesellschaft an die Gesellschafter sind ebenso wie die Rückführung von Gesellschafterdarlehen sowie deren Zinszahlung ab dem Zeitpunkt der Antragstellung bei der KfW bis zur vollständigen Rückzahlung des Kredits nicht zulässig.
  • Vergütung (einschließlich Gratifikationen, geldwerter Vorteile und sonstiger, auch gewinnabhängiger Vergütungsbestandteile) für Geschäftsführer und geschäftsführende Gesellschafter dürfen während der Laufzeit des Kredits einen maximalen Betrag von 150.000 Euro pro Geschäftsjahr und pro Person nicht übersteigen.
  • Die vorgenannten besonderen Bedingungen gelten nicht für:
    • gesetzlich vorgeschriebene Dividendenausschüttungen,
    • fällige Steuerzahlungen der Gesellschafter oder Einzelunternehmer sowie Freiberufler, die aus dem Unternehmen resultieren,
    • sofern kein Geschäftsführergehalt gezahlt wird, Entnahmen durch den geschäftsführenden Gesellschafter, die maximal einen Betrag von 150.000 Euro pro Geschäftsjahr und Person nicht übersteigen.
  •  Unternehmen, an denen Private Equity Investoren beteiligt sind, können unabhängig von der Höhe der Beteiligung gefördert werden. Bei maßgeblichem Einfluss gemäß § 311 Absatz 1 Satz 2 HGB des/der Private Equity Investoren kann ein Kredit nur unter der Bedingung gewährt werden, dass während der Kreditlaufzeit keine Ausschüttungen an/Entnahmen für die Investoren erfolgen.

Ausgeschlossen sind:

  • Umschuldungen
  • Ablösungen von Kreditlinieninanspruchnahmen: Die bei der Hausbank zum Zeitpunkt der Antragstellung für den Endkreditnehmer bewilligten Kreditlinien müssen aufrechterhalten werden. Ausgenommen sind zum Zeitpunkt der Antragstellung vertragsgemäß auslaufende sowie nicht gezogene bestehende Betriebsmittellinien, deren Auszahlung die Bank aufgrund vertraglicher oder gesetzlicher Regelungen verweigern kann.
  • Nachfinanzierungen bereits abgeschlossener Vorhaben sowie Anschlussfinanzierungen und Prolongationen
  • Reine Finanzinvestitionen (zum Beispiel Unternehmensbeteiligungen, Darlehen sowie Sicherheitsleistungen).
  • Sogenannte In-Sich-Geschäfte, wie zum Beispiel der Erwerb eigener Unternehmensanteile oder aus dem Eigentum des Ehegatten beziehungsweise Lebenspartners, Vermögensübertragungen/-verschiebungen zwischen Unternehmen einer Unternehmensgruppe oder im Rahmen von Betriebsaufspaltungen oder zwischen Kapitalgesellschaften und deren Gesellschaftern.
  • Beraterkosten, die den Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 um mehr als 10 % überschreiten.
  • Unternehmen des Fischerei- und Aquakultursektors sowie Unternehmen der Primärproduktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse.
  • Die KfW schließt zudem bestimmte Vorhaben generell von einer Finanzierung aus oder gibt einzuhaltende Bedingungen vor. Details können Sie der Ausschlussliste und den Sektorleitlinien der KfW Bankengruppe entnehmen.

Zinskonditionen:

Der Zinssatz orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes. Die Höhe wird am Tag der Zusage durch die KfW festgelegt und hängt vom Bankeneinstandssatz (0 % oder höher) ab, zu dem dann 3 % p. a. hinzuzurechnen sind.

Die geltenden Soll- und Effektivzinssätze gemäß Preisangabenverordnung finden Sie in der Konditionenübersicht für die KfW-Förderprodukte im Internet unter www.kfw.de/konditionen. Es besteht Zinsbindung für die gesamte Kreditlaufzeit.

Laufzeit:

Die Kreditlaufzeit beläuft sich auf bis zu 10 Jahre.

Tilgung:

Es bestehen bis zu 2 Jahre Tilgungsfreiheit. Nach Ablauf der tilgungsfreien Jahre wird der Kredit vierteljährlich in gleich hohen Raten zurückgezahlt.

Sondertilgungsmöglichkeiten:

Eine vorzeitige Rückzahlung des Kreditbetrages, vollständig oder in Höhe eines Teilbetrages, ist ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Haftungsentlastung gegenüber begleitender Hausbank:

Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

Sicherheiten:

Die Bestellung von Sicherheiten ist nicht zulässig. Ihre Bank holt nur eine Auskunft einer allgemein anerkannten Auskunftei ein.

Kombination mit anderen Förderprogrammen:

Wichtig: Zusätzlich zum KfW-Schnellkredit 2020 können Sie auch die Zuschüsse der Sofort­hilfe­programme des Bundes und der Länder nutzen, soweit die Förderung insgesamt unter 800.000 Euro (Gesamt­nenn­betrag) pro Unternehmen bleibt.

Den KfW-Schnellkredit können Sie spätestens am 30.06.2021 abschließen. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie keinen weiteren KfW-Kredit beantragen. Ein Wechsel vom KfW-Sonderprogramm 2020 (Programm­nummern 037/047/075/076/855) zum KfW-Schnellkredit (078) ist ausgeschlossen.

Ausgeschlossen ist auch eine Kumulierung mit Instrumenten des Wirtschafts­stabilisierungs­fonds.

Ihr Finanzierungspartner prüft und bestätigt nur folgende Angaben:

  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Jahresumsatz
  • Gewinnerzielung (Jahresüberschuss vor Steuern nach HGB)
  • Nicht-Vorliegen von definierten Negativmerkmalen gemäß Auskunft einer allgemein annerkannten Auskunftei (z. b. Schufa, Creditreform)
  • Legitimation (Know-your-Customer-Prüfung)

Alle anderen Angaben sind ausschließlich von Ihnen als Antragsteller zu bestätigen. Weder Ihr Finanzierungspartner noch die KfW nehmen eine Kreditprüfung vor.

Antragsstellung:

Eine Beantragung des Kredits ist bei Ihrer Hausbank möglich.

Quelle: KfW

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