Kann ein Auszubildender im "Home-Office" arbeiten?

Aus § 14 Absatz 1 Nummer 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) ergibt sich, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. Damit ist klar, dass diese Personen (Ausbildender, Ausbilder und Auszubildende) überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein müssen. Nur so kann die ausbildende Person den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren.

Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet.

Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen, wenn Sie dies betrieblich ermöglichen können. Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit einer Ausbilderin oder eines Ausbilders ist aber grundsätzlich keine Dauerlösung. Auch im Home-Office sind Auszubildende grundsätzlich auszubilden und anzuleiten. Demzufolge müssen die Ausbilder als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und die Leistungen des Auszubildenden kontrollieren.

Der Ausbildungsnachweis muss weiterhin geführt werden.