Gibt es eine Beratungsförderung für von der "Corona-Krise" betroffene Unternehmen?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 02. April 2020 ein Sofortprogramm für die freiberufliche Beratungsförderung aufgelegt und dazu die geltende Rahmenrichtlinie um ein Modul für vom Coronavirus betroffene Unternehmen und Freiberufler ergänzt:

  • Antragsberechtigt sind Unternehmen, die unter wirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund des Coronavirus leiden. Die Unternehmen und Freiberufler müssen die Bedingungen der KMU- sowie die der De-minimis-Regelung weiterhin erfüllen.
  • Inhalt der Beratung sollen die Analyse der konkreten Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf den Antragsteller und insbesondere die dagegen zu ergreifenden Maßnahmen und Handlungsempfehlungen sein.

Die vom Coronavirus betroffenen Unternehmen:

  • können einen Zuschuss für eine Beratungsleistung in Höhe von 100 %, maximal jedoch 4.000 Euro, der in Rechnung gestellten Beratungskosten (Vollfinanzierung) erhalten. Zu den Beratungskosten zählen neben dem Honorar auch die Reisekosten sowie Auslagen des Beraters. Die dabei in Rechnung zu stellende Umsatzsteuer wird nicht bezuschusst und ist vom Unternehmen zu tragen. Gleiches gilt für den Betrag, der über die 4.000 Euro hinausgeht.
  • werden von einer Vorfinanzierung der Beratungskosten entlastet, da der Zuschuss vom BAFA als Bewilligungsbehörde direkt auf das Konto des Beratungsunternehmens ausgezahlt wird.
  • müssen kein Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner vor Antragstellung führen. Daher wird auch kein Bestätigungsschreiben eines Regionalpartners bei der Einreichung des Verwendungsnachweises benötigt.
  • können jedoch freiwillig ein Informationsgespräch führen, da Regionalpartner um-fangreiche Unterstützung für betroffene Unternehmen anbieten.
  • können Anträge auf Förderung einer Beratung nach diesen Bestimmungen bis einschließlich 31. Dezember 2020 stellen. Die entsprechenden Verwendungsnachweise müssen bis spätestens 6 Monate nach Erhalt des Informationsschreibens zur Erlaubnis des Beratungsbeginns eingereicht werden.

Die Anträge können ab dem 03. April 2020 gestellt werden. Das Sofortprogramm gilt längstens bis zum 31. Dezember 2020.

Alle Informationen zum Modul „Corona-betroffene“ KMU finden Sie auf den Seiten der Leitstelle auf zdh.de.

Antragstellung als "Corona-betroffenes "KMU

Die Anträge im neuen Modul „Corona-betroffene“ KMU werden über das bestehende BAFA-Portal online eingereicht.

  1. Im Antragsformular wurde eine Eingangsfrage zur Corona-Krise ergänzt, die mit „Ja“ beantwortet werden muss.
  2. Nachfolgend ist die Unternehmensart Jungunternehmen (in den ersten zwei Jahren nach Gründung) oder Bestandsunternehmen (länger als zwei Jahre am Markt) auszuwählen.
  3. Im nächsten Schritt ist auf der Upload-Seite unter der Dokumentenart „Corona-betroffen“ eine pdf-Datei mit einer kurzen Begründung, in welcher Form das Unternehmen betroffen ist, als Pflicht-Upload hochzuladen.
  4. Nach dem Hochladen müssen die eingegeben Daten bestätigt und der Antrag gesendet werden.

Auswirkungen auf die Regionalpartnertätigkeit

Die Änderung der Rahmenrichtlinie sieht vor, dass „Corona-betroffene“ Unternehmen kein Informationsgespräch bei einem regionalen Ansprechpartner vor Antragstellung führen müssen. Hierdurch entfällt ebenfalls das Bestätigungsschreiben des Regionalpartners. Ein freiwilliges Gespräch mit dem Regionalpartner kann jedoch durchgeführt werden.

Die Vorgaben der Rahmenrichtlinie für die Förderung von „Jungunternehmen“ und „Unter-nehmen in Schwierigkeiten“ bleiben bestehen. Für diese Unternehmen bleiben Informationsgespräche bei einem Regionalpartner vor Antragstellung verpflichtend. Aufgrund der aktuellen Situation können diese auch weiterhin telefonisch durchgeführt werden.

Weitere Informationen zur Förderung Unternehmerischen Know-hows finden Sie hier.

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