Darf ein Arbeitnehmer auch zu Hause bleiben, wenn er Corona bedingt seine Eltern pflegen will?

Ja. Bis zum 31.12.2021 hat ein Arbeitnehmer das Recht, der Arbeit zur Bewältigung einer Corona bedingten akuten Pflegesituation bis zu 20 Arbeitstage fernzubleiben. In dieser Zeit muss der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leisten!

Es kann aber Pflegeunterstützungsgeld ebenfalls für bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden, unabhängig davon, ob eine akute Pflegesituation im Sinne von § 2 Abs. 1 PflegeZG vorliegt (§ 9 Abs. 1, 2 PflegeZG). Für eine Familienpflegezeit, die spätestens am 1.12.2021 beginnt, gilt eine Ankündigungsfrist von zehn Arbeitstagen statt acht Wochen. Wichtig ist dabei, dass das unmittelbare Anschlussgebot zwischen Pflege- und Familienpflegezeit (und umgekehrt) unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt wird.

Restzeiten einer beendeten Pflege- oder Familienpflegezeit können zeitlich unbegrenzt einmalig für denselben Angehörigen geltend gemacht werden, wenn die beendete Pflegefreistellung auf der Grundlage der Sonderregelungen aus Anlass der COVID-19-Pandemie erfolgte (§ 4a PflegeZG, § 2b FPfZG).

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